Kutná Hora ist einer der lohnendsten Tagesausflüge ab Prag, weil du hier tschechische Geschichte, gotische Architektur und einen wirklich ungewöhnlichen Ort in ein leicht planbares Programm packen kannst. Die Stadt war früher eine mittelalterliche Silbermetropole und zeitweise so reich wie Prag. Noch heute wirken die Gassen und Aussichtspunkte erstaunlich repräsentativ. Der bekannteste Stopp ist das Sedlec-Beinhaus, oft „Knochenkirche“ genannt: eine kleine Kapelle, die mit den Knochen von Zehntausenden Menschen gestaltet ist – zu Kronleuchtern, Wappen und Girlanden arrangiert. Das ist makaber, aber auch ziemlich nachdenklich machend und perfekt, wenn du ungewöhnliche Kulturorte, Fotografie und gute Gesprächsthemen magst.

Als Kontrast dazu wartet die erhabene Schönheit des Doms der Heiligen Barbara auf dich: ein Meisterwerk der Spätgotik mit eindrucksvollen Strebebögen und einem detailreichen Innenraum. Im Italienischen Hof (Vlašský dvůr) geht die Silbergeschichte weiter – hier siehst du, wie Bergbau, Münzprägung und königliche Macht zusammenhingen. Dazwischen kannst du in Cafés und Weinbars entspannt runterkommen, und der Weg zwischen Sedlec und der Altstadt ist bei gutem Wetter richtig angenehm.
Auch die Anreise ab Prag ist easy. Züge fahren vom Praha hlavní nádraží nach Kutná Hora hlavní nádraží in etwa einer Stunde; von dort kommst du mit einem Regionalzug nach Kutná Hora město oder per kurzem Taxi ins Zentrum. Viele starten in Sedlec (Beinhaus) und gehen oder fahren danach in die Stadt zu St. Barbara und zum Mittagessen. Wenn du’s besonders bequem willst, nimm eine geführte Tour ab Prag inklusive Transport und Tickets – gerade in der Hochsaison lohnt sich das. Der Ausflug passt für Erstbesucher, die eine klassische UNESCO-Stadt sehen wollen, genauso wie für Wiederkehrer, die lieber etwas Eigenwilligeres erleben möchten als noch das nächste Schloss.
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